| Seniorenzentrum Stutensee bei "innovatio 2009" ausgezeichnet |
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Das Schulprojekt „Die Gemeinschaft zusammenhalten“ am Seniorenzentrum Stutensee ist im Rahmen des Sozialpreises "innovatio 2009" ausgezeichnet worden. Die Projektbeschreibung: Zum Thema In Erinnerung rufen wollen wir mit unserem Projekt, dass jedermann als sozialpolitische Existenz Mitverantwortung trägt für die Institutionen Pflegeheim und Schule. Schließlich wollen wir im Angesicht eines wachsenden kulturgesellschaftlichen Hungerbauches die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema der in Vergessenheit geratenen Gemeinschaftskultur in Pflegeheim und Schule lenken. Unser Beitrag zur Beförderung der Gemeinschaftskultur und zum Einüben von Verantwortung im Für - und Miteinander besteht darin, dass wir im Wege des Gebens und Nehmens Pflegepartnerschaft und Schulsozialpädagogik praktizieren. An baden-württembergischen Realschulen steht in der siebten Klasse das Thema "Soziales Engagement" auf dem Unterrichtsplan. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen eines Schulprojektes praktische Erfahrungen in einem gemeinnützigen Engagement sammeln. Bis zu dem Projektbeginn geschah dies in einem Wochenpraktikum. Die Folge war eine Mehrbelastung der Mitarbeitenden im Pflegeheim; für die Schülerinnen und Schüler brachte der Kurzeinsatz nur eine geringe Lern - und Erfahrungstiefe. Im Ergebnis stellte sich Unzufriedenheit auf beiden Seiten ein. Eine erfolgreiche Durchführung der Schulpraktika ist darauf angewiesen, dass erwachsene bürgerschaftlich Engagierte die Schülerinnen und Schüler in das Pflegeheim begleiten und sie am Lernort in ihren sozialen Aufgabenstellungen anleiten. Begleitung und Anleitung wünschen wir uns auch von Familienangehörigen der Schülerinnen und Schüler. Bürgerschaftlich Engagierte sind noch nicht in wünschenswerter Zahl vorhanden und müssen für die nachhaltige Zukunft der Schulpartnerschaft gewonnen werden.
Die Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse, die sich für eine Mitarbeit im Seniorenzentrum Stutensee entschieden, lernten in einer Hausbegehung die räumlichen Gegebenheiten kennen und traten erstmals in persönlichem Kontakt mit den Pflegekräften. Während die Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schüler in der Schule die neuen Aufgaben einübten, z.B. durch Rollenspiele, Sensibilitätstraining und gegenseitiges Essen reichen, bereiteten Mitglieder des ehrenamtlichen Freundeskreises (aus der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde) mit Pflegekräften die Inhalte der Schüleraufgaben vor. Hierzu zählten u.a. die Unterrichtung in der richtigen Handhabung eines Rollstuhls, das passive Verweilen im Bett und im Rollstuhl sowie Vertrauens - und Führungsübungen mit verbundenen Augen. Eine Theorie - Praxis - Vertiefung führte im Laufe des Projekts Lehrer, Pflegekräfte und bürgerschaftlich Engagierte in einer Tandem - Fortbildung zusammen, die von der baden - württembergischen Landesinitiative bela III veranstaltet wurde. Das Kürzel bela steht für Bürgerengagement für Lebensqualität im Alter in Pflegeheimen. Die Landesinitiative unterstützt die Gründung von Partnerschaften zwischen bürgerschaftlich Engagierten und hauptamtlichen Kräften in der Altenpflege. Begleitet und angeleitet von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen durchliefen die Schülerinnen und Schüler - in Kleingruppen aufgeteilt - in einem Zeitraum von sieben Monaten drei Mal folgende Stationen: Montags, 16:00 - 18:00 Uhr: Vorlesen, Singen, Spielen, Spazierengehen Mittwochs, 18:00 - 20:00 Uhr: Teilnahme und Mitwirkung am sozialen Betreuungsangebot "Zur Abendstunde" Donnerstags, 15:00 - 17:00 Uhr: Begleitung zur und Mitwirkung an der Ökumenischen Andacht Samstags, 11:00 - 13:00 Uhr: Essen reichen einschließlich Mithilfe beim Auf- und Abdecken
Eine Schülergruppe führte strukturierte Interviews durch, in denen sie Seniorinnen und Senioren nach Ereignissen aus ihrem vergangenen und gegenwärtigen Leben befragten. Höhepunkte für Alt und Jung waren gemeinsame Besuche des örtlichen Heimatmuseums und des Weihnachtsmarktes im Stadtteil Blankenloch - beides nur möglich im Zusammenwirken von zahlreichen Schülerhänden, angeleitet von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen. Der Oberbürgermeister der Stadt Stutensee, Klaus Demal würdigte im Seniorenzentrum die Schülerinnen und Schüler mit Dank und Anerkennung für ihre Leistungen als Junior-Pflegepartner und überreichte ihnen jeweils eine Urkunde und ein Erinnerungsfoto. Mit den Siebtklässlern des Schuljahres 2009/2010 (und den ihnen folgenden) werden wir nachhaltig unser Gemeinschaftsvorhaben Pflegepartnerschaft und Schulsozialpädagogik fortsetzen und weiter daran arbeiten, das unser Partnerschaftsmotto "um ein Kind zu erziehen braucht es die ganze Gemeinde - um einen alten Menschen bis an das Ende seiner Tage zu begleiten ebenso" nicht in Vergessenheit in gerät.
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